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Baustelle Friedrichstraße 20-22

Geplantes neues Redaktionsgebäude der taz

Schreiben an den taz-Geschäftsführer Karl Heinz Ruch:

Am 30.11.2014 schrieb Thomas Barth

Sehr geehrter Herr Ruch,

vorab möchte ich Ihnen danken, dass Sie auf der Sanierungsbeiratssitzung waren und sich unseren Fragen gestellt haben. Ich möchte Ihnen auch dafür danken, dass Sie auf der taz-Website eine Kommentarfunktion zum Thema ermöglicht haben.

Leider haben Baustadtrat Hans Panhoff und der Moderator eine tatsächliche Diskussion zum Thema taz- Neubau ebenso verhindert wie zum Thema "Pfad der Visionäre". So wird leider immer vom Bezirksamt agiert. Unangenehme Themen werden nicht diskutiert, sondern Diskussionen mittels willfähriger Sanierungsbeiräte, Quartiersmanagements und ähnlicher Institutionen geradezu verhindert.

Ich kann auch beim besten Willen nicht finden, dass wir die taz alleine in schlechtem Stil kritisiert haben. Es ist Panhoffs Spezialität, grunddemokratische Bürgerrechte mit solch lächerlichen Argumenten platt zu walzen. Da nur Sie anwesend waren, konnten wir eben auch nur an Sie unsere Fragen richten. Was ist daran unfair?

Sowohl politische Entscheidungen als auch Politiker an sich werden sich auch weiterhin einer kritischen Hinterfragung durch besorgte Bürger - hier sogar Anwohner und Gewerbetreibende - stellen müssen. Will man das verhindern, muss man aus unserer Pseudokratie eine Diktatur machen.

Das wäre allemal ehrlicher, als sich hinter rechtlichen Regularien zu verstecken und  Bürger als unfaire Kritikaster hinzustellen. Das an sich wäre einmal ein Thema für eine kritische Tageszeitung wie die taz.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch ein paar Gedanken zum Bauvorhaben an sich mit auf den Weg geben, da ich an der Qualität der bezirkseigenen Kontrollgremien inzwischen Zweifel habe.

Um die marode Friedrichstraße in ihrer baulichen Substanz und die Nerven der Gewerbetreibenden und Anwohner zu schonen, empfehle ich Ihnen, nach Möglichkeit den gesamten Baustellenverkehr über die Enckestraße durch den Besselpark abzuwickeln. So wird neben der Schonung der Friedrichstraße auch der größtmögliche Abstand zur Wohnbebauung eingehalten. Die Anwohner und Gewerbetreibenden werden es Ihnen danken. 

Solcherlei Baustellenabwicklungsplanungen sollten auf alle Fälle auch in die Baubeschreibung und in das Leistungsverzeichnis Ihrer Ausschreibung aufgenommen werden. Aus Erfahrung weiß ich, dass Architekten und Bauleiter solch einfache aber wirksame Dinge leicht übersehen und vergessen.

Wenn der Baugrund tatsächlich so marode ist, wie mir zu Ohren gekommen ist (4 Meter Aufschüttung, Torflinsen), werden Sie das Fundament wohl auf Betonpfeiler gründen müssen. Diese Pfeiler werden in den Boden gerammt, was mit erheblichen Erschütterungen verbunden ist. Sie bauen direkt neben einem U-Bahntunnel, der marode ist, und in unmittelbarer Nachbarschaft zu alten Gebäuden - sozialer, billiger Wohnungsbau. 

Ich empfehle Ihnen daher dringend, sich mit der Bauabteilung der BVG und dem bezirklichen Bauamt ins Einvernehmen zu setzen, sofern Ihre Architekten das nicht schon getan haben.

Ich danke für Ihre Geduld, meine Mail bis hierhin gelesen zu haben. 

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Barth
Lindenstraße, 10969 Berlin
 

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Antwort von Karl-Heinz Ruch:

Sehr geehrter Herr Barth,

vielen Dank für ihre Hinweise, insbesondere im hinteren Teil. Ja, der Baugrund ist sehr schwierig, überall Berliner Sumpf. Die Nachbarschaft der BVG und der denkmalgeschützten Bauten erfordert besondere Rücksichtnahme. Das wissen die Planer, es steht übrigens auch in dem Grundstückskaufvertrag. 

Die Baustelle von der Enckestraße her zu erschließen, finde ich überlegenswert, zumal der Park in diesem Bereich ohnehin durch die Baustellen beeinträchtigt wird und die Fläche, auf der die Bauhütte stehen soll, möglicherweise auch für Baucontainer noch Platz hätte. Das werde ich an die Planer weitergeben.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Ruch
Geschäftsführer
taz.die tageszeitung
TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH
Rudi-Dutschke Straße 23, 10969 Berlin