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GEWOBAG

Personalwechsel im Topmanagement der GEWOBAG

Hendrik Jellema, 61, Vorstand der GEWOBAG, Jahresgehalt 286.598 Euro, geht in Rente

Der Aufsichtsrat der landeseigenen Wohnbaugesellschaft GEWOBAG hat Snezana Michaelis, studierte Bauingenieurin, als Nachfolgerin von Hendrik Jellema in den Vorstand berufen. Gemeinsam mit Markus Terboven wird sie dann die Führungsspitze der GEWOBAG bilden. Jellema soll Mitte 2014 in den Ruhestand wechseln. Da er erst 61 Jahre alt ist, stellt sich die Frage, ob Jellemas Abgang ganz freiwillig ist oder ob die Senatsverwaltung ihn wegen des Asbestskandals aus der Schusslinie haben will.

Ephraim Gothe, Staatssekretär des Stadtentwicklungssenators und Aufsichtsrat der GEWOBAG, wurde vor kurzem gefeuert und durch Engelbert Lütke Daldrup ersetzt.

Auf die GEWOBAG und den derzeitigen Vorstand Hendrik Jellema kommen in 2014 einige Schadensersatzklagen von Mietern zu. Die GEWOBAG, ex WIR, hat ihren Mietern im Gebiet Mehringplatz zwölf Jahre lang verschwiegen, dass sich in vielen Wohnungen asbesthaltige Bodenplatten befinden. Eine junge Mieterin am Mehringplatz, der die GEWOBAG vor zwei Jahren versprach, ihr drei Kaltmieten zu erlassen, wenn sie den Fußboden selbst erneuern würde, wird Jellema persönlich wegen gefährlicher Körperverletzung verklagen. Die GEWOBAG hatte "vergessen", ihr mitzuteilen, dass in den alten, beschädigten Bodenplatten Asbest sein könnte.

Einer arabischen Familie am Mehringplatz erteilte die GEWOBAG mit Schreiben vom 20.3.2007 die Genehmigung, "bauliche Veränderungen" an ihrem Fußboden vorzunehmen. Darin steht auch: Anfallender Schutt ist von Ihnen auf Ihre Rechnung abfahren zu lassen. Von Asbest kein Wort.

Auch in der GEWOBAG-Geschäftsstelle Kreuzberg gab es merkwürdige Veränderungen. Anstatt fester Ansprechpartner gibt es nur noch das „Service-Team GEWOBAG“. Diese Anonymisierung wurde offenbar vom Topmanagement veranlasst. So können die Mieter nicht mehr einen Vorgang einer bestimmten Mitarbeiterin zuordnen, was zur Folge hat, dass man nicht weiß, wer genau eine Sache bearbeitet.

Email-Anfragen der Mieter werden vom Service-Team entweder gar nicht oder mit großer Verzögerung und oft ohne Namensangabe des Absenders beantwortet. Das hat für die GEWOBAG den Vorteil, dass die Mieter nicht mehr eine bestimmte Mitarbeiterin verantwortlich machen können, wenn es zu Problemen kommt. Dann heißt es nämlich: "Sorry, davon weiß ich nichts und ich habe auch keinerlei Unterlagen zu Ihrem Anruf vor drei Wochen." Eine Bitte der Mieter, für den GEWOBAG-Reparaturservice eine Email-Adresse einzurichten, damit sie einen schriftlichen Beweis ihrer Mängelanzeige haben, wurde abgelehnt. Man ahnt warum.