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Fastenbrechen

Fest zum Fastenbrechen am Mehringplatz

Im Juni fand - wie bereits im Vorjahr - ein großes Fest zum muslimischen Fastenbrechen im Kiezgarten des Kreuzberger Mehringplatzes statt. Die Fete wurde u.a. von der Kreuzberger Musikalischen Aktion (KMA) organisiert und vom Bezirksamt sowie aus Mitteln des Programms SOZIALE STADT finanziert.

Ralf Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, sowie die Kreuzberger Kulturstadträtin Clara Herrmann und das Quartiersmanagement (QM) Mehringplatz waren unter den Gästen. Nach den Begrüßungsreden spielte das Ensemble Mavimakam aus dem türkischen Konservatorium und anschließend der aus Syrien stammende Musiker Abdelkadir Asli. Er war es auch, der gegen 21.30 Uhr das Gebet sang. Die Kulturstadträtin behauptet trotzdem allen Ernstes, dass es sich dabei nicht um ein religiöses Fest handele.

Als einige Kiezbewohner Anfang 2017 der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Die Grünen) und der Kulturstadträtin Clara Herrmann (Die Grünen) die Ausrichtung eines Osterfestes vorschlugen, erhielten sie monatelang überhaupt keine Antwort. Erst nach bohrenden Nachfragen reagierte Clara Herrmann. Sie schrieb: "Im Bezirksamt besteht die Einigkeit, dass der Fokus der Veranstaltung auf dem nachbarschaftlichen Miteinander liegt und nicht auf dem Begehen einer religiösen Zeremonie." Das Thema Osterfest ließ sie einfach unter den Tisch fallen.

Obwohl bekannt war, dass zum Fastenbrechen letztes Jahr über 600 Personen gekommen waren, hatte man nur 500 Teller bestellt. Viele Gäste, die erst nach 21 Uhr kommen konnten, gingen deshalb leer aus. Auch für den Tee gab es bald keine Tassen bzw. Gläser mehr. Es gab auch nicht genug Sitzplätze. Eine Kiezbewohnerin verließ augenscheinlich frustriert das Fest, da sie keinen Sitzplatz gefunden hatte.

Als ich mit einer Nachbarin gegen 21.30 Uhr erschien, mussten wir fast eine Stunde auf Einlass warten. Die Feuerwehr wollte aus Sicherheitsgründen nur so viele Personen reinlassen wie gegangen waren. Da spielten sich hässliche Szenen am Eingangstor ab. Ein ungeduldiger junger Araber brüllte rum, beschimpfte die Security-Leute und verfluchte die Polizei. Um die 20 Leute, darunter schreiende Kleinkinder, verlangten lautstark Einlass. Es war furchtbar.

Das Essen war eher frugal. Die französische Spezialität Ratatouille war leider ziemlich wässrig und schmeckte fad, da an Kräutern und Gewürzen gespart wurde. Es gab auch leider keinen französischen Rotwein dazu. Man musste schließlich auf die anwesenden Muslime Rücksicht nehmen. So weit ging die Toleranz nun wieder nicht.

Eine Kommunikation mit den türkischen und arabischen Gästen war schwierig, da die Familien mit ihren Freunden eng zusammen saßen und sich in ihrer Muttersprache unterhielten. Die meisten Gäste, die ich befragte, kamen aus anderen Berliner Bezirken – Mehringkiezbewohner sah ich nur wenige. Auch die Mitarbeiter des QM, des Bezirksamts und der Senatsverwaltung saßen zusammen an einem separaten Tisch.

Da gut 95 Prozent der Gäste Muslime waren, wurde es nichts aus dem Dialog zwischen den Religionen. Eine „Botschaft der Demokratie und Toleranz“, wie pathetisch vom KMA-Vorstand beschworen, konnte man auch nicht erkennen. War aber auch egal.

Die zahlreichen, im Mehringkiez wohnenden russischen Juden hatten Bedenken, das Fest zu besuchen, da ihnen die vielen brutal-antisemitischen Schmierereien in den umliegenden Häusern Angst machen. Die in den Boden der Fußgängerzone eingelassene Bodenplatte Israels wurde leider immer wieder beschmiert, der Davidstern darauf mit einem Hammer zerschlagen.

Das Bezirksamt hat noch nicht verstanden, dass Toleranz nicht von „oben“ erzwungen werden kann. Es hat auch nicht kapiert, dass es mit der großzügigen Finanzierung von jährlich zwei muslimischen Festen - Fastenbrechen und Opferfest - und der Ablehnung von christlichen und jüdischen Festen der Integration entgegenwirkt und die Ressentiments zwischen den verschiedenen Ethnien damit verschärft. Und das ist schlichtweg verantwortungslos.

Wir werden auch nächstes Jahr wieder einen Antrag auf Ausrichtung eines deutsch-russischen Osterfestes stellen. Mal sehen, was der Bezirksbürgermeisterin und Kulturstadträtin dann wieder einfällt, um es zu verhindern. Vielleicht besinnen sich die beiden Damen dann endlich auf die Religionsneutralität des Bezirksamts ? Schaun wir mal.

- embe -  (12.8.2017)