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Pseudokunst am Mehringplatz

So verschaukeln der Kunstwelt-Verein und das Bezirksamt die Bürger

Mitte 2006 realisierte Herbert Bongi Voges, Vorstand des Kunstwelt e.V., den sogenannten „Pfad der Visionäre“. Dieses Projekt bestand aus circa 24 Platten, die in den Boden der Fußgängerzone nördlich des Mehringplatzes eingebaut wurden.

Gesamtkosten circa 240.000 Euro, die laut Voges von privaten Sponsoren beglichen werden sollten. Leider hielten die Bodenplatten Wind und Wetter nicht stand und die Platten gingen recht schnell kaputt. Der zerfallende Pfad wurde zum Alptraum der stolpernden Bewohner und Passanten.

Am 7. Mai 2013 trafen einige Bewohner des Gebiets Mehringplatz Bongi Voges, um über den Wiederaufbau seines Projekts PFAD DER VISIONÄRE Auskunft zu erhalten. Fragen nach der finanziellen Situation waren Voges sichtlich unangenehm. Er wand sich wie ein Wurm, versprach aber, die Finanzen offenzulegen, sobald das Tiefbauamt die Prototypen der neuen Bodenplatten akzeptiert habe. Die versprochene Offenlegung der Finanzen fand natürlich nicht statt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Voges bereits längst Franz Schulz, den Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg und Ehrenmitglied seines Vereins, und ein Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gedrängt, den Neubau des Pfades komplett aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Die Gesamtkosten waren inzwischen um 90.000 Euro gestiegen.

Nur vier Wochen nach dem Treffen der Bewohner mit Voges, am 4. Juni 2013, stellte Sebastian Forck, SPD, in der BVV einen schriftlichen „Antrag auf Freigabe der Mittel für den ‚Pfad der Visionäre‘ in Höhe von 330.000 Euro“.

Obwohl Kristijana Penava, Vorstand im Kunstwelt e.V. und Geschäftsführerin des Quartiersmanagement (QM) Mehringplatz auch davon wusste, gab sie diese Information nicht an die Bewohner weiter – weder in der monatlichen Kiezrunde, noch auf der Homepage des QM. Sie wusste natürlich – genauso wie Voges –, dass diese Nachricht einen Sturm der Entrüstung unter den Bewohnern des Mehringkiezes entfachen würde.

Ein unentschlossener Stadtrat Panhoff

Rätselhaft bleibt die erratische Vorgehensweise des zuständigen Stadtrats, Hans Panhoff, im Sanierungsbeirat. Erst wollte man Voges 330.000 Euro geben, dann doch nur 100.000 Euro – unter der Voraussetzung, dass der Kunstwelt e.V. Rechenschaft über damals eingenommene private Spenden und deren Verwendung ablegt. Dieser Aufforderung kam Voges nach unseren Informationen nicht nach.

Dann wollte Panhoff seine Entscheidung vom Gutachten der Kommission für Kunst im öffentlichen Raum abhängig machen. Als diese dem „Pfad der Visionäre“ jeglichen künstlerischen Wert absprach und bemängelte, dass Voges und Penava für ihr ursprünglich privat zu finanzierendes Projekt plötzlich „durch die Hintertür“ Steuergelder forderten, änderte Panhoff erneut seine Meinung.

Er scherte sich nicht mehr um die negative Beurteilung der Kommission Kunst und fühlte sich plötzlich dem angeblichen Versprechen seines Amtsvorgängers und Parteifreundes Franz Schulz verpflichtet, der die Finanzierung des Pfades aus öffentlichen Mitteln befürwortet haben soll.

Das Verwirrspiel geht weiter. Mal heißt es, der Antrag an die BVV wurde wieder zurückgezogen, dann ist die Rede von 130.000 Euro, auch von 138.000 Euro, die Panhoff in den Pfad stecken wolle. Was soll’s! Auf ein paar Tausender mehr oder weniger kommt es doch nicht an!

Hat Panhoff vor, die Bewohner des Quartiers Mehringplatz entscheiden zu lassen? „Nein, dafür sehe ich keine Veranlassung“, sagte er unlängst. Werden viele Mehringkiezbewohner bei den kommenden Europa- und späteren Senatswahlen für die GRÜNEN stimmen?

Dafür sehe ich eigentlich keine Veranlassung.

- M. Boé -