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Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt

Der Workshop und die Geier

Am 9. Mai fand im IGM-Haus die Auftaktveranstaltung zum städtebaulichen Workshopverfahren Mehring- und Blücherplatz statt.

Vorrangiges Ziel laut Einladung: Die Behebung der funktionalen und gestalterischen Defizite im öffentlichen Raum. Ein Schwerpunkt der Aufgabe wird daher die Gestaltung der Grünanlagen, Platz- und Straßenflächen bilden.

Da gibt es einige Millionen aus dem Staatssäckel zu verteilen und da dürfen die üblichen Verdächtigen, die fette Beute riechen, nicht fehlen.

Allen voran Herbert Bongi Voges, selbst ernannter Künstler, und Kristijana Penava, Anwältin ohne Kanzlei, die beide im Vorstand des Zwei-Personen-Vereins Kunstwelt sitzen. Der Kunstwelt e.V. hat in vierzehn Jahren nur zwei Projekte präsentiert und beide in den Sand gesetzt. Das Orakel von Berlin, das Voges großmundig im Jahr 1999 in der Presse angekündigt hatte, wurde nie realisiert. Auch der vor acht Jahren gebaute Pfad der Visionäre nördlich des Mehringplatzes wurde zum Desaster.

Nun brauchen Voges und Penava dringend Geld – die Kleinigkeit von 310.000 Euro für 30 Bodenplatten. Eine einzige, circa 1,2 Quadratmeter große Platte, kostet angeblich 10.000 Euro. Voges hat seit 14 Jahren keinen regelmäßigen Job. Laut eigener Aussage lebt er von Ersparnissen. Für die von ihm genutzte Ladenfläche im Erdgeschoss des GEWOBAG-Gebäudes Friedrichstraße 4 zahlt er keinen Cent Miete.

Vor kurzem fand ein Nachbar heraus, dass Voges in seinen Arbeitsräumen keinen eigenen Stromzähler hat. Daraufhin angesprochen behauptet Voges, er habe die letzten zwölf Jahre eine Strompauschale an die GEWOBAG gezahlt. Wenn dem so ist, warum hat er nun plötzlich einen Stromzähler angeschafft? Alle Mieter des Hauses haben einen separaten Stromzähler – wieso nicht Voges und Penava für ihren Kunstwelt e.V.? Einige Bewohner haben unlängst eine diesbezügliche Anfrage an die GEWOBAG geschickt, um Klarheit darüber zu bekommen, ob sie all die Jahre die Stromkosten für den Kunstwelt e.V. mitfinanziert haben.

Penava, die auch Geschäftsführerin des Quartiersmanagement (QM) Mehringplatz ist, erhielt in 2013 im Rahmen des Programms Soziale Stadt fast eine Viertelmillion Euro aus dem staatlichen Fördertopf allein für die Verwaltung des QM – bei freier Büromiete. Wie viel davon an die QM-Mitarbeiter ging und wie viel bei Penava hängen blieb, ist Staatsgeheimnis.

Großes Interesse an den Sanierungsprojekten für die Südliche Friedrichstadt hat natürlich auch das QM-Team. Seit das Quartier Mehringplatz zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, sehen viele Bewohner eigentlich keinen logischen Grund, warum das teure QM weiter bestehen und finanziert werden sollte. Dies wissen auch die QM-Mitarbeiterinnen. Also verfolgen sie mit Argusaugen die Projekte der Verantwortlichen für die Sanierungsvorhaben, missen keine Sitzung des Sanierungsbeirats.

Warum Voges, Penava und die QM-Mitarbeiterinnen in den Sanierungsbeirat aufgenommen wurden, ist unerklärlich. Von ihnen kam bisher kein einziger konkreter, realisierbarer Verbesserungsvorschlag. Sie sitzen nur dort, um ihre Pfründe zu verteidigen und wenn möglich auszuweiten. Voges‘ aggressive Werbung für seinen Pfad der Visionäre und sein fast panisches Drängen, das Projekt umgehend zu starten, zeigt wie verzweifelt der Mann Geld braucht.

Die Bodenplatten noch vor den Tunnelsanierungsmaßnahmen der BVG einzusetzen, ist absolut hirnrissig. Die BVG soll laut Voges die eingesetzten Bodenplatten rausreißen und nach Abschluss der Bauarbeiten wieder einbauen. Wir haben das BVG-Management gebeten, sich nicht von Voges und Penava für deren Zwecke ausnutzen zu lassen. Die BVG ist ein staatliches Unternehmen und hat den Auftrag, wirtschaftlich zu handeln und verantwortungsvoll mit Steuergeldern umzugehen.

Die Bewohner des Quartiers Mehringplatz haben Stadtrat Panhoff eine Petition gegen den Pfad der Visionäre übermittelt, denn dieser hat die Absicht, Voges und Penava 130.000 Euro öffentlicher Gelder für ein Projekt zu schenken, dem die Kommission für Kunst im öffentlichen Raum keinerlei künstlerischen Wert bescheinigte und es außerdem für völlig überteuert hält. Panhoff will damit offenbar seinem Parteifreund Franz Schulz, ehemaliger Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, einen Gefallen tun. Der hat Voges angeblich mal versprochen, den Pfad mit 310.000 Euro aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. So wäscht eine Hand die andere.

- M. Boé