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Pfad der Visionäre - keine Kunst

Vernichtendes Gutachten der Kommission für Kultur im öffentlichen Raum

Bonger Voges und Kristijana Penava, Vorstände des Kunstwelt e.V., möchten ihr Projekt, das ursprünglich von privaten Sponsoren getragen werden sollte, nun pötzlich mit Steuergeldern finanzieren lassen. Gesamtkosten des Projekts: 320.000 Euro.

Voges betrachtet den "Pfad der Visionäre" im Sinne Joseph Beuys´ als soziale Plastik, die auch eine politische Kunst sei.

Urteil der Kommission für Kunst im öffentlichen Raum:

In ihren Einschätzungen stellen alle anwesenden Mitglieder der Kommission überhaupt in Frage, ob dieses Projekt eine öffentliche Förderung erhalten soll.

Es wird kritisiert, dass ein als „Sponsoren-Projekt“ begonnenes Vorhaben, das zu 100 Prozent privat finanziert werden sollte, nun öffentliche Mittel beansprucht.

Eigentlich müsste erst mal eine Ausschreibung erfolgen und überlegt werden, wie in Form eines konkurrierenden Verfahrens künstlerische Aktivitäten initiiert werden könnten. Es sei nicht einsichtig, warum gerade dieses Projekt nun quasi „durch die Hintertür“ gefördert werden solle.

Stark kritisiert wurde ebenfalls der künstlerische Wert dieses Projekts. Der Bezug auf die „soziale Plastik“ sei naiv und gehe an der Realität vorbei. Die Tafeln seien lediglich durch Graphiker gestaltet worden, die Sprüche auch zunächst nur ausgewählt durch die Botschaften selbst – auch wenn eine Jury die Schlussauswahl treffe – so dass jede kritische, irritierende und gar politische Aussage ausgeschlossen sei. Die Einbeziehung der Botschaften als „Partizipation“ zu definieren, sei nicht seriös und widerspreche dem Partizipationsbegriff in der Kunst.

Kritisiert wurde ebenfalls, dass sich dieses Projekt zwar als sozio-kulturell definiere, es aber tatsächlich nicht sei: die einzige Beteiligungsform bleibe die Lektüre der Tafel.

Es sei auch fraglich, wie hierdurch eine Aufwertung des Gebietes erfolgen könne. Beispiele anderer Projekte wie z.B. die „Werkstatt für Veränderung“ von Seraphina Lenz würden da ganz andere Dimensionen erreichen – und dies für weit weniger öffentliche Gelder.

Dieses Projekt sei daher in seiner Form, in seiner Wirkung und eben auch in dem Versprechen, ausschließlich über Sponsoren finanzierbar zu sein, als gescheitert anzusehen.

Dieser Einschätzung wird einstimmig durch die Mitglieder der Kommission gefolgt.