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Quartiers(miss)management

Die listigen Weiber vom Mehringplatz

Seit acht Jahren führen die schnarchigen Mädels vom Quartiersmanagement (QM) Mehringplatz ein gemütliches, stressfreies Dasein, das den Steuerzahler jährlich fast eine Viertelmillion Euro kostet. Ihre Einschätzung der Situation im Quartier stützen die nicht vor Ort wohnenden QM-lerinnen hauptsächlich auf Erzählungen einer Clique, die bei den letzten Wahlen auf wundersame Weise mehrere Sitze im Quartiersrat ergatterte.

Kristijana Penava, Anwältin ohne Büro und kurzfristig im Frozen-Yoghurt-Verkauf tätig, ist Geschäftsführerin des QM Mehringplatz. Die QM-Büroleiterin Candy Hartmann ist Geografin, ihre Kollegin Christine Piwek angeblich Kulturwissenschaftlerin. Genau das, was ein sozialer Brennpunkt wie das Quartier Mehringplatz nicht unbedingt braucht.

Die meisten Kiezbewohner und Gewerbetreibenden haben keine Ahnung, was genau das QM-Team am Mehringplatz so treibt. Hin und wieder liegt ein bunter Flyer im Briefkasten, der meistens gleich im danebenstehenden Papierkorb landet. Im QM werden Protokolle geschrieben, die aber nur ein Dutzend Leute zu sehen bekommen. Sitzungen hinter verschlossenen Türen werden geleitet. Millionen Euro werden verteilt – für Projekte, deren Nutzen weder sichtbar noch spürbar ist. Vandalismus gibt es nach wie vor, das Wohnumfeld ist noch genauso trostlos wie vor acht Jahren.

Die Steuerzahler, die die undurchdachten, überteuerten Projekte des QM Mehringplatz finanzieren müssen, haben keinerlei Möglichkeiten, einzugreifen. Die QM-Verantwortlichen Penava und Hartmann haben offenbar Narrenfreiheit. Egal, was sie auch tun bzw. nicht tun - der zuständige Verantwortliche in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Ralf Hirsch, hält schützend seine Hand über sie. Zwei Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Hirsch wegen seiner selbstherrlichen Entscheidungen und fehlender Distanz zum QM Mehringplatz waren - wie fast alle Beschwerden dieser Art - fruchtlos.

Letzte QM-Posse und Paradebeispiel für hirnlose Steuergeldverschwendung: das Projekt „Der Mehringplatz zeigt Gesicht“. Zwei Künstler kassierten 6.360 Euro, wofür sie 80 Fotos von Bewohnern in Lebensgröße anfertigen und an einigen Säulen der Luftgeschosse am Mehringplatz-Innenring anbringen sollten. Kurz nach der Vernissage wurden viele Fotos zerrissen oder beschmiert. Die "Ausstellung" lief nicht mal drei Monate.

   

Die verdutzten Bewohner fragen sich: Warum legte das QM eine Freiluftausstellung, die zum „Flanieren und Verweilen“ der Passanten anregen sollte, nicht in die Sommermonate, sondern ausgerechnet in die Schmuddelwettermonate, wo es noch dazu früh dunkel wird? Man gewinnt den Eindruck, dass das QM Mehringplatz und Ralf Hirsch in erster Linie daran interessiert waren, die Fördergelder kurz vor Jahresschluss noch schnell zu verbraten. Frei nach dem Motto, bloß keinen Cent unverbraucht an die Steuerzahler zurückgehen zu lassen! Solange das QM Millionen für Projekte ausgibt, die zumindest auf dem Papier gut aussehen, ist für Hirsch die Welt vollkommen in Ordnung. 

In meinen Neujahrsgrüßen für 2014 übermittelte ich Ralf Hirsch den Wunsch der Bewohner, bei der Evaluierung künftiger Projekte genauer hinzusehen und endlich mal auf deren Nachhaltigkeit zu achten. Die „Gesichter des Mehringplatzes“, die über 6.000 Euro verschlangen und nicht mal drei Monate an den Säulen klebten, waren definitiv nicht nachhaltig.

Von den vielen Projekten, die Hirsch zusammen mit dem QM Mehringplatz in den letzten acht Jahren auf den Weg brachte, ist keines auch nur ansatzweise nachhaltig. Ausnahme: der „alternative Standort für die Trinkerklientel“. Die Alkoholiker-Junkie-Dealer-Gruppe mit ihren konstant bellenden Hunden, die von BBM Schulz, Hirsch und dem QM vor unseren Haustüren angesiedelt wurde, ist sehr nachhaltig. Die kinderreichen Familien leben seither mit benutzten Spritzen, blutbeschmierten Taschentüchern und Urinpfützen in den Treppenhäusern und Hauseingängen. Rassistische Pöbeleien und Aggressionen inklusive. Jetzt haben die 36 betroffenen Mieter der landeseigenen Wohnbaugesellschaft GEWOBAG 20 Prozent Mietminderung angekündigt. Sie sind fest entschlossen, es – wenn nötig – auf einen Prozess ankommen zu lassen.

Mal sehen, wie die Herren Senatoren für Stadtentwicklung und Finanzen darauf reagieren werden.

M. Boé