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Quartiersrat Mehringkiez

Cliquen und Interessensgruppen im Quartiersrat

Im Bewohner-Quartiersrat sitzt die „Kiez-Krähen“-Clique, die der Leiterin der Galilei-Schule zu Dank ver- pflichtet ist, da diese ihr einen Übungsraum zur Verfügung stellte. Projektanträge der Schulleiterin werden vom Quartiersrat (QR) generell widerspruchslos abgenickt. Wenn es sich um Kinder handelt, geht das Herz auf und der Verstand setzt aus.

Die Kita Wilhelmstraße 14a wurde kürzlich mit 10.000 Euro (!) beschenkt, um in deren Garten "durch geeig- nete Bepflanzungsmaßnahmen Schattenplätze zu gestalten". Moderne, bunte Sonnensegel aus imprägnier- tem Leinen würden ein Zehntel davon kosten und gleichzeitig vor einem leichten Sommerregen schützen. Aber warum kleckern, wenn man auch klotzen kann?

Ich habe als Quartiersrätin einmal gewagt, gegen ein 120.000 Euro-Projekt zur Schallisolierung der Schulflure zu stimmen und erntete dafür böse Blicke und giftige Kommentare seitens der Schulleiterin. Ein früherer Bewohner-Quartiersrat musste sich vom QM als unsozial beschimpfen lassen, weil er gegen die Errichtung zweier Unterstände für ortsfremde Alko-Junkies am Mehringplatz gestimmt hatte. So werden die Bewohner-Quartiersräte clever unter Druck gesetzt.

Die sogenannten „starken Partner“ sitzen offiziell als Berater im Quartiersrat. In meiner Zeit als QR fand jedoch keinerlei Beratung statt. Die Institutionen und Sozialvereine, die alle schon hohe bis sehr hohe Summen aus den Fördertöpfen kassiert haben, jammern hauptsächlich über das, was sie nicht haben und gerne hätten. Und da es bei den Projekten meistens um Kinder und Jugendliche geht, wagt kein Bewohner dagegen zu stimmen.

Ein weiteres Kuriosum: Die K.M.A. (Kreuzberger Musikalische Aktion) ist im Quartiersrat gleich dreimal ver- treten und somit dreimal stimmberechtigt. Wolfhardt Schulze vertritt die K.M.A. und Moritz Kahan, sein Stellvertreter, das K.M.A.-Projekt PLANQUADRAT. Bewohner-Quartiersrätin Nadia E. arbeitet für die K.M.A. – kaum vorstellbar, dass sie vor den Augen ihres Chefs gegen einen Projektvorschlag der K.M.A. oder von PLANQUADRAT stimmen würde.

Die Sitzungen des Quartiersrats sind ein wunderbares soziales Wünsch-dir-was und da die starken Partner auch Stimmrecht haben, kommt es so gut wie nie vor, dass ihre Projektvorschläge abgelehnt werden. So werden manchmal absurde Summen für Sozialprojekte ausgegeben, die doppelt und dreifach existieren und deren Durchführung und Nutzen von niemandem kontrolliert wird. In anderen Quartieren werden Kurse, für die es nur drei Interessenten oder Teilnehmer gibt, gestoppt. Nicht so am Mehringplatz. Man lässt sich doch von den undankbaren Bewohnern, die milde Gaben nicht zu schätzen wissen, nicht die Statistik versauen!

M. Boé